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Eltern-Kind-Entfremdung, Verhalten

Identitätsverschmelzung und Eltern-Kind-Entfremdung

13. September 2021

Eltern-Kind- Entfremdung: Sei wie ich. Sei ich. Ein „Ich 2.0“

Wer kennt den Film „Weil du mir gehörst“? Vermutlich die meisten, die diesen Artikel jetzt lesen (Zum Film: hier klicken)

So pathologisch das Verhalten der Protagonistin im Film einem vorkam: es geht noch eine Stufe weiter:

Der Besitzanspruch am Kind kann in einer Identitätsverschmelzung münden. Der Elternteil betrachtet das Kind nicht mehr als seinen Besitz, sondern als eine Neuauflage seiner Person und lebt sein nicht gelebtes Leben (respektive: die bisher unerfüllten Bereiche seines Lebens) durch das Kind weiter. Das Kind wird manipuliert und gezwungen, zu einer „2.0-Version“ des entfremdenden Elternteils zu werden.

Identitätsverschmelzung: Die Illusion, verpasste Chancen aus der eigenen Kindheit nachzuholen

Während in dem „Weil du mir gehörst“-Modus das Kind „nur“ zu einem Partnerersatz und einem den Lebenssinn stiftenden Objekt mutiert, verschwimmt in der Identitätsverschmelzung die Grenze zwischen der Person des Elternteils und des Kindes.

Das Kind bekommt die Bürde auferlegt, das Wunschleben des Elternteils zu leben und vor allem dessen Kindheit nachzuholen: Ich durfte all das nicht haben und tun, mein Kind soll es alles bekommen und alles dürfen, heißt es. Es ist schließlich alles gut gemeint. Alles. Wirklich alles. Ich selbst hätte davon als Kind nicht einmal träumen dürfen. Ich hatte es schwer. Du sollst es gut haben, du sollst die glückliche Kindheit leben, die ich nie hatte. Du sollst ein glückliches Erwachsenenleben haben, das ich nie hatte.

Häufig wird es tatsächlich so formuliert. „Alles“ – eine typische Wortwahl entfremdender Elternteile, die oft in den „alles – nichts“ – Kategorien kommunizieren. Der Klassiker: „Ich tue doch alles, um den Umgang zu fördern – das Kind will von selbst nicht!“ (Zum Artikel darüber: hier klicken).

Dein Glück ist unser Glück. Keine Diskussionen

Und dann dieses: „Du sollst“. Allein die Wortwahl lässt einen nachdenklich werden. „Sollen“ und „glücklich“.
Eine typische Doppelbotschaft. Ein Mensch hat selbstverständlich das Recht, glücklich zu sein. Allerdings auf seine Art. „Sollen“ dagegen impliziert einen Zwang, das vermeintliche Glück nach Vorstellungen Anderer leben zu müssen, um damit deren Glück nachzuholen.

Eltern-Kind-Entfremdung mündet häufig in einer Identitätsverschmelzung
Parental Alienation – Je stärker die Entfremdung vom anderen Elternteil, umso stärker die Verschmelzung mit dem entfremdenden Elternteil.

Die Art dieser Eltern, über ihre Kinder und dessen Leben zu sprechen, ist auch auf anderen Ebenen auffällig.

Dem Kind wird nicht einmal verbal eine eigene Identität eingeräumt. Meist wird vom Kind in erster Person Plural gesprochen: Wir. Wir hatten eine Ballettaufführung. Wir haben beim Fussballspiel die gegnerische Mannschaft besiegt. Wir haben gestern ein neues Klavierstück einstudiert. Wir müssen noch die Hausaufgaben machen. Wir gehen heute früh ins Bett, denn morgen müssen wir früh aufstehen.
Wir.

Das Recht eines Kindes auf seine eigene Kindheit, auf eine eigene Persönlichkeit, auf die freie Entfaltung dieser Persönlichkeit wird als Ersatz für die eigenen Rechte missbraucht, die dem entfremdenden Elternteil in seiner eigenen Kindheit in aller Regel auch verwehrt wurden.
Die Identitätsverschmelzung ist nicht nur das Symptom für das fatale Endstadium der Eltern-Kind-Entfremdung,  sondern tragischerweise auch der Ausdruck unerfüllter Träume, Wünsche und des fehlenden Selbstwertgefühls.

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